Programmdetails HERMES 5 Frühlings-Forum

Strategieprozesse für VUCA Bedingungen

Dr. Kerstin Pichel, Stellvertretende Leiterin Zentrum für Unternehmensentwicklung, ZHAW, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, School of Management and Law

Agile Strategieentwicklung – eine Kombination zwei widersprüchlicher Paradigmen. Was sind Erkenntnisse aus Praxis und Theorie zur Gestaltung des Spannungsfelds.

Die Kritik an linearen, trägen strategischen Entscheidungsprozessen, die einmal im Jahr eine Weichenstellung zulassen, wird lauter. Insbesondere die zunehmende Digitalisierung führt zu Disruption ganzer Branchen und Geschäftsmodelle, die mit jährlichen Strategieprozessen nicht adäquat beantwortet werden kann. Die Idee einer Übertragung von Scrum Prinzipien auf die Strategieentwicklung wirkt daher charmant. Aber der Teufel steckt im Gestaltungs-Detail: während die Unternehmensstrategie ursprünglich das langfristige, zielorientierte, geplante Verhalten in einer Organisation fokussiert, postuliert agiles Management eine flexible, antizipative, iterative Entscheidungsfindung. Agile Strategieentwicklung wirkt bei genauerem Hinsehen wie die Quadratur des Kreises. Was können wir von ersten Unternehmen lernen, die diese Quadratur bereits gewagt haben, welche Tips lassen sich aus der Forschung ableiten?

Kerstin Pichel forscht und lehrt zu agilen Strategieprozessen und wendet diese selber in ihrer Beratung an. Eine erste Bestandsaufnahme gibt Einblick in mögliche Gestaltungsweisen agiler Strategieprozesse.

Projektportfoliomanagement und HERMES 5 in der Landesverwaltung Liechtenstein 

Markus Mayer, Leiter Business-Consulting, Amt für Informatik, Landesverwaltung Liechtenstein

Aufbau und Einführung des Projektportfoliomanagements sowie der Methode HERMES 5 für die IT-Projekte in der Landesverwaltung des Fürstentums Liechtenstein.

«Sind wir in der Lage, die Projekte unserer Kunden durchzuführen und gleichzeitig unsere IT-Strategie umzusetzen?». Diese Kernfrage hat das Amt für Informatik in der Landesverwaltung Liechtenstein bewogen, ein Projektportfoliomanagement mit den nötigen Prozessen und Tools zu implementieren. Gleichzeitig wurde das Projektmanagement mit der Einführung von HERMES 5 weiterentwickelt.

Mit der Einführung des Projektportfoliomanagements und Optimierung des Projektmanagements verspricht sich die Landesverwaltung Liechtenstein eine gute Planbarkeit der Ressourcen auf lange Sicht, eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf kurze Sicht und eine hohe Effizienz in den Projekten.

Das Referat beleuchtet die Vorgehensweise, die angestrebte Lösung und die erreichten Resultate. Es zeigt auf, welche Wirkung erzielt wurde und welche weiteren Massnahmen nach der Einführung notwendig waren oder noch sind, damit die Ziele nachhaltig erreicht werden.

HERMES 5 im Programm Air2030 der Schweizer Armee

Divisionär Claude Meier, Chef Armeestab im VBS (Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport); Auftraggeber des Programms Air2030

Umsetzung der Luftverteidigungsstrategie der Schweiz im Programm Air2030 mit mehreren strategischen Grossprojekten (Beschaffung neues Kampfflugzeug, Bodluv-System). Anwendung von HERMES als gemeinsame Methode der Projektabwicklung.

Die Schweizer Armee «verteidigt das Land und seine Bevölkerung». Um diesen Auftrag der Bundesverfassung weiterhin erfüllen zu können, muss die Luftwaffe praktisch alle ihre Mittel zum Schutz der Schweiz vor Gefahren aus der Luft erneuern. Die Kampfflugzeuge des Typs F/A-18 erreichen 2030 das Ende ihrer Nutzungsdauer, und die noch verbleibenden Tiger F-5 sind bereits heute nur tagsüber und bei guten Sichtverhältnissen für den Luftpolizeidienst einsetzbar und wären gegen einen modernen Gegner chancenlos. Bei den Systemen der bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv) besteht bei der grösseren Reichweite seit längerem eine Lücke.

Die Umsetzung dieser strategischen Grossprojekte erfordert ein abgestimmtes Vorgehen. Dazu werden sie im Programm Air2030 geführt. Der Programmauftraggeber, Divisionär Claude Meier, erläutert am HERMES 5 Frühlingsforum die Besonderheiten des Programms und wie die Methode HERMES 5 das Vorhaben unterstützt. HERMES ist seit 1. Mai 2018 der Standard für alle Projekte des VBS.

Setzen wir einen Rahmen – und prüfen ihn auf Stabilität und Agilität

Michael Enggist und Alexander Mestre, BKI AG

Ein Versuch zur Einordnung der Begriffe und eine Reflexion über den Einsatz von Agilität.

Sind Projektportfolio, Programme und Projekte Mittel zur gezielten Umsetzung von Strategien? Also Taktiken? Zählen Kleinprojekte und Aufträge auch dazu? Wie reagiert eine Organisation auf die Veränderungen der Umwelt, der Anforderungen, des technologischen Fortschritts? Ist eine Strategie für die schnelllebige Welt nicht zu träge, zu langfristig? Müssen die Portfolios, Programme und Projekte heutzutage nicht agil sein, damit schnell auf Änderungen eingegangen werden kann? Hat dies zur Folge, dass auch agil geführt werden muss?

Mittels Begriffsklärungen, Umfragen im Publikum und Gedankenanstössen setzen wir einen Rahmen um die Referate des heutigen Forums und versuchen die Begriffe und Inhalte zu ordnen. Sogleich beleuchten wir diesen Rahmen aus Sicht der Agilität und fragen, wann und wo Agilität Nutzen stiften kann – und was mögliche Auswirkungen sind.

Ausblick zu HERMES durch den Verantwortlichen des ISB

André Bürki, ISB Informatiksteuerungsorgan Bund

Sie erhalten Informationen aus erster Hand zu Stand und Vorgehen der Weiterentwicklung von HERMES und seinen Hilfsmitteln und haben Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Abschluss

Stephan Loretan, Mitglied der Geschäftsleitung ZHAW School of Management and Law

17.30 Apéro riche und Networking

Die Veranstaltung ist für die HERMES 5 Rezertifizierung anerkannt.